Alter Nebel

13. Januar 2019  Allgemein

Am 15. Januar jähren sich zum hundertstenmal die Ermordungen an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. 100 Jahre, – das sollte doch eigentlich reichen um die wichtigsten Hintergründe dieser Morde aufzuklären. In der Tagesschau erklärt die Moderatorin zwei Tage zuvor, dass diese Taten von sogenannten Freikorps begangen wurden. Radikale Gruppen von meist Kriegsheimkehrern, denen es in den Wirren der Anfangsjahre der Weimarer Republik gelang, die wichtigsten Ikonen der Revolution zu beseitigen. So ungefähr lautet die Erklärung, die sich in all den Jahren durchgesetzt hat im Nachkriegsdeutschland. Welche Rolle die SPD-Genossen Friedrich Ebert und sein sich selbst so genannter „Bluthund“ Noske in dieser fürchterlichen Geschichte spielten, hört man leider nur sehr selten. Es ist zutiefst bedauerlich, dass auch die neueren Veröffentlichungen zu diesem Thema diesen alten Nebel verbreiten, der uns die Sicht verschleiern soll. Am Montag wollen wir auf Hintergründe von Historikern aufmerksam machen, die redlicher arbeiteten.

Bild: Rosa Luxemburg (rechts) mit Clara Zetkin, 1910


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