Wachstum um jeden Preis

06. Juni 2021  Allgemein

Fast scheint es, als wäre Rheinstetten eine abgelegene Insel, auf der sich bislang weder das große Artensterben noch der Klimawandel in irgend einer Form bemerkbar machten. Baugebiet um Baugebiet wird neu erschlossen. Es scheint, die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde wären endlos. Wie die UN unlängst feststellte, entstammen knapp 40% der weltweiten Treibhausgasemissionen dem Bausektor. Allein die Zementindustrie ist für acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wäre die Zementindustrie ein Staat, wäre sie die Nation mit den dritthöchsten Emissionen weltweit. Im Rheinstettener Gemeinderat scheint all dies bislang nicht angekommen zu sein. Für die Fortschreibung des Regionalplans sind aktuell großzügige weitere Flächen beantragt. Dabei scheint es egal, ob diese wie Hatzeleck II in einem Wasserschutzgebiet liegen, oder ob sie wie das ebenfalls zur Überbauung verplante, gesamte Gelände der Sportfreunde Forchheim, an ein wertvolles Offenlandbiotop grenzen. Auch das Gewerbe auf der Hardt soll kräftig weiterwachsen. Bei alledem zeichnet sich bislang nirgendwo ein auch nur annähernd umwelt- oder sozialgerechter Ansatz ab. Der Wohnungsmarkt wird weiterhin den üblichen privaten Spekulanten überlassen und auch mit Gewerbeimmobilien darf weiter spekuliert werden, weil man in Rheinstetten Bauherrn und Unternehmern nicht mit vermeintlich unattraktiven Erbbauachtverträgen benachteiligen will.