Internationaler Weltfrauentag

08. März 2021  Allgemein

Für eine gleichberechtigte und feministische Zukunft!

Arbeit ist mehr als nur Erwerbsarbeit. Unbezahlte Haus- und Sorgearbeit ist die unsichtbare Grundlage unserer Ökonomie, und sie wird überwiegend von Frauen* geleistet. Die ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern ist eine wesentliche Ursache von sozialer Ungleichheit. Eine geschlechtergerechte und gleichberechtigte Gesellschaft braucht eine gerechte Verteilung und Reduzierung unbezahlter Haus- und Sorgearbeit. Wir kämpfen daher für gebührenfreie und bedarfsgerechte Kitas, Ganztagsschulen mit kostenfreiem Mittagessen und eine zuverlässige Pflegeinfrastruktur auch für die Pflege von Angehörigen.

Wie weit wir von einer echten Gleichberechtigung der Geschlechter entfernt sind, haben die plötzlichen Schul- und Kitaschließungen gezeigt: Sie bedeuteten für viele Frauen* massive Mehrfachbelastungen und ein Roll-back in die 1950er Jahre. Tatsächlich leisten Frauen* aber auch in normalen Zeiten mehr als 1,5 Mal so viel unbezahlte Sorgearbeit wie Männer.

Gerade in Baden-Württemberg ist es um die Geschlechtergerechtigkeit besonders schlecht bestellt. Der Gender Pay Gap ist so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Überwiegend Frauen* arbeiten in Minijobs, Teilzeit und befristet. Die ungleiche Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit und die schlechtere Bezahlung von Berufen, in denen viele Frauen* und Migrant*innen arbeiten, führen zu ungleicher Bezahlung zwischen den Geschlechtern. Viele dieser Berufe – in der Pflege, im Lebensmitteleinzelhandel oder in der Reinigungsbranche – haben uns durch die Corona-Pandemie gebracht und wurden als systemrelevant eingestuft. Es ist an der Zeit, dass gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit endlich Realität wird!

Frauen* müssen endlich stärker im Parlament vertreten sein. Seit Ende der 1960er Jahre fordern Frauenverbände in Baden-Württemberg eine Reform des Landtagswahlgesetzes. Die Grünen haben diese Reform versprochen und nach fast zehn Jahren, in denen sie den Ministerpräsidenten stellen, immer noch nicht auf den Weg gebracht. Das Landtagswahlgesetz mit nur einer Stimme ohne Listenwahl diskriminiert Frauen* systematisch, da in den Wahlkreisen vornehmlich Männer aufgestellt werden und es keine Möglichkeit zur Quotierung gibt. DIE LINKE fordert daher ein Paritätsgesetz-Gesetz.

Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Männer und Frauen* wirklich gleichberechtigte Lebensrealitäten haben, in der das Gehalt nicht vom Geschlecht abhängt und Sorgearbeit gerecht verteilt ist.