Die Zeit ist reif: Schule muss demokratisch, inklusiv und sozial gerecht werden!

26. Oktober 2020  Allgemein

Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft merken, dass sich in unseren Schulen einiges verändern muss. In unserem eigentlich reichen Land bestimmt die soziale Herkunft, man könnte auch sagen der Geldbeutel, maßgeblich über den schulischen Erfolg der Kinder. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, stellte zuletzt fest, dass nur 15% der Menschen, deren Eltern kein Abitur haben, später einmal studieren können.

Nur bei uns werden die Kinder einer Grundschulklasse schon nach dem 4. Schuljahr voneinander getrennt. Auf der ganzen Welt macht man es anders, besser, wie wir finden. Das muss sich dringend ändern!

„Unser (Die LINKE) Bildungsverständnis ist eines, das von hohen qualitativen Ansprüchen ebenso geprägt ist wie von einem demokratischen Grundverständnis, es ist eines, das niemanden ausgrenzt, sondern alle von vornherein einschließt, eines, das sich um individuelle Förderung und den aktiven Ausgleich von Benachtei­ligungen und Beeinträchtigungen bemüht.“

Aber wie erreicht man das? 

Kinder sind von Natur aus sehr neugierig. Sie wollen jeden Tag Neues lernen, sie sind sehr wissbegierig. Die Schulen können diesen Lerntrieb zumeist aber nicht gut nutzen. Eine Schulklasse wird als eine Lerngruppe gesehen. Und das ist schon einmal ein großes Missverständnis, denn innerhalb einer Klasse sind riesige Unterschiede. Neben einem verträumten, kindlichen Kind sitzt ein anderes schon viel reiferes Kind, dass schon jede Menge Bücher liest oder selbständig Experimente macht. Im ersten Jahr dürfen die Kinder noch ohne großen Leistungsdruck in die Schule gehen. Schon bald aber kommt ein Fallbeil: Es müssen Tests und Klassenarbeiten durchgeführt werden. Alle Kinder müssen die gleiche Aufgabenstellungen zum gleichen Zeitpunkt machen, egal, ob sie den Lernstoff schon durchdrungen haben oder nicht. Bald erfahren einige Kinder einen regelrechten Schock: Ihr eigener Anspruch ist eine Schulnoten-Eins. Sie wollen schaffen, was von ihnen erwartet wird, sie wollen es richtig toll machen. Schon eine Zwei oder eine Drei empfinden junge Kinder als ein niederschmetterndes Ergebnis. Sie schämen sich, sie glauben versagt zu haben. Andere Kinder freuen sich riesig über ihre Eins und haben die gestellten Anforderungen ganz leicht bewältigt. Spätestens nach der dritten oder vierten Klassenarbeit fühlen sich die Kinder, die die Aufgaben nicht verstehen oder viele Rechtschreibfehler machen total abgehängt. Besonders schlimm ist die Ohnmacht, die sie empfinden. Denn oft haben sie sich sehr angestrengt, wussten aber nicht wie sie eine weitere Niederlage verhindern können. Es zementiert sich, schon nach ein paar Wochen in der zweiten Klasse, eine Rangliste der Könner und Versager, die eigentlich nicht durchbrochen werden kann. So nimmt man vielen Kindern die unbändige Freude zu lernen, schlimmer noch: Dieses schöne Gefühl des Wissens- und Spieltriebs wird bei Vielen verdrängt durch das Gefühl des Versagens. Das äußert sich  sehr oft durch Bauchschmerzen. Die Kinder spüren, dass sie den Erwartungshaltung der Eltern nicht gerecht werden. 

Schule ist fürs Lernen da, nicht für Prüfungen. DIE LINKE fordert: Leistungsdruck und Leistungswahn beenden – individuelles Lernen in kleineren Lerngruppen fördern.

Es gibt wunderbare Schulen, die sich schon lange auf den Weg gemacht haben. Als ein Beispiel für ein umfassendes demokratisches, inklusives und gerechtes Modell ist die Pädagogik von Maria Montessori zu nennen. 

Über diese Pädagogik schreiben wir in einem weiteren Text.


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