10.000 Dächer isolieren!

09. August 2020  Allgemein

DIE LINKE Rheinstetten gratuliert Volker Deck und Hans Bodrogi für die geplante Gründung einer Bürgerenergie-Genossenschaft. Sehr erfreulich ist die große Zustimmung, die die Bürgergenossenschaft von allen Fraktionen des Gemeinderats erfährt und ebenso erfreulich ist die Unterstützung und Begleitung des Projekts von OB Sebastian Schrempp.
Heute sind PV-Anlagen so günstig, dass dieser Schritt sofort einleuchtet. Laut dem Solarpotential-Rechner (http://www.solarpotenzial-kreiska.de) des Landkreises sind bisher in Rheinstetten lediglich 9 % der geeigneten Dächer mit Photovoltaikanlagen bestückt. Positiv formuliert lässt sich sagen: Wir können noch ein gewaltiges Potential von 91 % ausschöpfen.

Vergessen darf man aber nicht, dass Energie nicht mit Elektrizität gleichzusetzen ist. Strom kann mittlerweile sehr gut regenerativ erzeugt werden. Jedoch ist Energie viel mehr als nur Strom: Den noch weitaus größeren Teil wendet unsere Gesellschaft für Wärmeerzeugung und den Transport auf.
anders ausgedrückt:
Ist die maximale Reduktion von CO2 mit der Erzeugung von erneuerbarem Strom erreicht, dann ist nur ein kleiner Teil der Herkulesaufgabe zur Abmilderung der Klimakatastrophe getan.

Alleine Deutschland muss ungefähr 75% seines Energiebedarfs reduzieren um zu einer vertretbaren CO2-Bilanz zu kommen. Das ist mit dem Stromsektor leider nicht zu bewältigen auch wenn alle Kohle-, und Gaskraftwerke abgeschaltet werden.
Wir verbrennen immer noch zu viel Erdgas, Holz und Heizöl und auch in der dringend benötigten Verkehrswende sind wir nur ganz am Anfang, was man an dem jahrzehntelang hinausgezögerten Weiterbau der Stadtbahn nach Durmersheim exemplarisch sehen kann.

Um den Verbrauch der Gas-, Kohle-, Holzheizungen der privaten Haushalte deutlich zu senken, muss mehr geschehen. Am meisten hilft eine energetische Dachsanierung. Das bringt weit mehr als die Außenwände mit aufgeschäumten Kunstoff zu bekleben.

Sanierungen führt man am Besten von außen nach innen durch. Erst wenn das Dach und die Fenster optimiert sind, sollte man eine neue Heizung auswählen und gegebenenfalls austauschen. Wenn das geschehen ist können die Häuslebesitzer*innen den Energiebedarf stark verringern, jeden Monat Kosten sparen und die Klimakatastrophe verlangsamen.

Heute kann man Dächer sehr gut dämmen. Das ist auch für die langen Hitzewellen die in den nächsten Jahren immer wiederkehren werden wichtig. Denn nur unter einem richtig gut gedämmten Dach lässt es sich erträglich leben. Bevor also auf die Dächer in unserer Stadt neue Photovoltaikanlagen installiert werden, ist es notwendig, zuerst einmal die Dächer massiv zu dämmen.

Die Sache hat aber einen großen Haken:

Eine optimale Dachsanierung kostet richtig viel Geld. Es gibt sehr viele ältere Bürger*innen, die ihr Häuschen meist schon abbezahlt haben, von ihrem wohlverdienten Rente leben aber eine solche umfangreiche und teure Investition aus gutem Grund scheuen. Auch wenn man Jahr für Jahr laufende Kosten für Strom und Heizung sparen wird, amortisiert sich eine solche Sanierung erst nach längerer Zeit.

Deshalb braucht es auch eine Unterstützung der Stadt, des Landkreises, der Landesregierung und des Bundes. Bisher wurde aber nur solche Bürger*innen protegiert, die schon Geld haben. Einen KfW-Kredit kann sich nur leisten, wer eine Immobilie und genügend Einkommen hat oder vermögend ist.

Deshalb bringt DIE LINKE Rheinstetten folgenden Vorschlag vor:

Die Stadt Rheinstetten stellt ein mehrköpfiges Team an Energieberater*innen ein. Dieses Team handelt proaktiv, prüft jedes geeignete Gebäude und plant, welche Schritte unternehmen werden müssen.
Ziel sollte für die nächsten Jahre sein 10.000 Dächerstühle klimawandelfest zu sanieren.
Wenn es weltweit gelingt, die sehr ehrgeizigen Ziele bei der Reduktion der Co2-Emissionen zu erreichen, können wir vielleicht noch den Kipppunkt bei der Klimakatastrophe verhindern. Wir haben vermutlich nur noch 5 bis 10 Jahre um die fürchterlichen klimatischen Zustände zu verhindern, die auf uns zurollen. 

Auch Rheinstetten muss dazu einen Beitrag leisten. Das große Ziel für die Stadt Rheinstetten muss es sein, den Energiebedarf in ein paar Jahren zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu realisieren. 


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