Veranstaltung: Florian Schwinn plädiert für eine Humuswende “Rettet den Boden!”

05. November 2019  Allgemein

“Nirgendwo ist das Leben so dicht gepackt wie in der obersten fruchtbaren Erdschicht. In einem einzigen Kubikmeter gesunden Oberbodens leben mehr Organismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Wenn auf einer gut eingewachsenen, intakten Weide zwanzig Rinder grasen, die zehn bis fünfzehn Tonnen Lebendgewicht auf die Grasnarbe bringen, dann sorgen in und unter der grünen Pflanzendecke gut 250 Tonnen Bodenorganismen dafür, dass die Pflanzen und damit auch die Rinder da oben satt werden.

All diese Asseln, Fadenwürmer, Springschwänze, Doppel- und Hundertfüßer, Algen, Pilze, Milben, Regenwürmer und Mikroorganismen arbeiten unermüdlich daran, in und auf diesem Boden Leben zu ermöglichen. Fruchtbare Erde speichert Wasser, verhindert Überflutung. sie filtert es zu sauberem Grundwasser. Sie versorgt die Pflanzen. Sie klimatisiert das Land. Bei der Humusbildung lagern die Bodentiere und -pflanzen, die Pilze und Mikroorganismen auch Kohlenstoff im Boden ein. Würden wir nun auf allen landwirtschaftlich genutzten Böden dieser Erde in jedem Jahr auch nur vier Promille mehr Humus wachsen lassen, dann wäre der gesamte jährliche Kohlendioxidausstoß der Menschheit im Boden gespeichert.
Es geht ums Ganze, es geht darum, uns die wenigen fruchtbaren Böden dieser Erde so zu erhalten, dass wir von ihnen leben können. Und wenn wir es ganz toll treiben wollen, dann könnten wir sogar Leben zurückbringen in manchen Böden und etwas von dem reparieren, was wir schon zerstört haben oder gerade noch zerstören. Auch das ist möglich. Wenn die Humuswende kommt.”


Florian Schwinn kommt am 8. November 2019 nach Rheinstetten und liest aus seinem Buch. 

Aula des Schulzentrums Rheinstetten, 19.30 Uhr

Wir freuen uns sehr darauf, und auch auf die anschließende Diskussionsrunde.

Auszeichnungen:
1976 Hungertuch-Preis
1981 Kurt-Magnus-Preis der ARD
1989 Deutsch-Französischer Journalistenpreis
1990 Friedwart Bruckhaus-Preis der Hanns Martin Schleyer-Stiftung
2006 Otto-Brenner-Preis der Otto-Brenner-Stiftung – mit der Redaktion der hr2-Sendung „Der Tag“
2011: Medal Wdzięczności – Dankbarkeitsmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarność
2013: Sonderpreis der Jury des Robert-Geisendörfer-Preises – mit der Redaktion der hr2-Sendung „Der Tag“
2016: Medienpreis Aeternitas – mit der Redaktion der hr2-Sendung „Der Tag“ für die Radioproduktion Der Friedhof im Zeitalter digitaler Unsterblichkeit.
2017: Civis-Preis – mit der Redaktion der hr2-Sendung „Der Tag“ für die Radioproduktion Grenzen der Aufklärung – Rechte Gewalt und die Justiz
2017: Deutscher UmweltMedienpreis für die hr2-Sendung „Der Tag“ und das Buch Tödliche Freundschaft[1]
2018: Eduard-Bernhard-Preis des BUND Hessen für das Buch Tödliche Freundschaft
Werke:
– Bericht vom Stundentraum. Erzählungen, Langewiesche-Brandt, Ebenhausen 1976, ISBN 978-3-7846-0093-2
– Bis zum Ende des Regenbogens. Porträt der Umweltorganisation Greenpeace. Hörfunkfeature, hr 1987 und Audioedition, Network Medienkooperative, Frankfurt 1988
– Zäune überall. Wackersdorf – ein Lehrstück. Radiofeature. Koproduktion SFB, WDR 1988
– Ketten-Reaktionen. Langzeitstudien über die “politische Psychologie” atomarer Konfliktbewältigung. Mit Christoph Potting und Annette Weweler, Network Medienkooperative, Frankfurt 1989
– Wissen ist Macht: zur politischen und ökonomischen Bedeutung von Datenbanken. Mit Jörg Becker und Susanne Bickel, Landeszentrale für Politische Bildung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1990
– Der Auszug. Vom Ende einer Heimat. Radiofeature. Mit Monika Held, Koproduktion mdr, SFB, NDR, SDR 1993
Frankfurt, eine deutsche Stadt erinnert sich. Mit Monika Held und Inge Kurtz, Hörspiel-Doku in CD-Box, Hessischer Rundfunk, Pool Dokumentation, Frankfurt/Main, Berlin 1994
– Die Flüsse der Welt: Der Nil. Akustische Porträts der größten Flüsse der Welt, dreistündiges Radiofeature, hr 2002
– Tödliche Freundschaft. Was wir den Tieren schuldig sind und warum wir ohne sie nicht leben können.[2] Sachbuch, Westend, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-86489-143-4
– Rettet den Boden! Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen. Sachbuch, Westend, Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-86489242-4

Bild von Florian Schwinn: hr2-kultur


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