Kindergarten St. Martin, Mörsch: Ein Abgesang? Teil II

10. Oktober 2016  Allgemein

Teil II
Wie kam es nun zu den niederschmetternden Nachrichten, von denen wir im Teil I berichteten? Die Vorgänge, die man passend als Salamitaktik bezeichnen kann, laufen immer nach dem gleichen Schema ab:
Aus Durmersheim reist Frau B. an. Sie hat die unangenehme Rolle, fast immer nur schlechte Nachrichten verkünden zu müssen.
– Einmal ist es die Nachricht vom Verbot der Benutzung des Bewegungsraumes im ersten Stock des Kindergartens, dazu unten mehr.
– Ein anderes Mal ist die fehlende Reaktion auf den Monate zuvor geäußerten Wunsch, die zuständigen Stellen mögen doch endlich eine Firma beauftragen, eine Brandschutztür im Kindergarten zu reparieren oder besser auszutauschen.
– und im September 2016 wurden den Eltern und Mitarbeitern dann, von den kirchlichen Stellen lapidar mitgeteilt: Schon zu Beginn des neuen Jahres sollen die Öffnungszeiten des Kindergartens St. Martin radikal zusammengestrichen werden.
Die Gründe dafür sind einleuchtend: Es wurde kein Geld investiert um den Kindergarten in einen Zustand zu versetzen, der den heutigen gesetzlichen Anforderungen genügt.
2015 konnte die Eltern noch andere Stimmen hören:
Auszug aus der Bazar-Zeitung des Kindergarten St. Martin 2015:
Der Pfarrgemeinderat, der dem Verkauf (des Kindergartens St. Theresia; Autor) zustimmen musste, beschloss gleichzeitig, dass der Erlös nur für die Erhaltung, Erweiterung und Sanierung des Kindergarten St. Martin eingesetzt werden darf.
Nach der Kirchenrenovation freuen wir uns, wenn wir in Zusammenhang mit der Stadt den Kindern und Erziehern einen schönen, zeitgemäßen Kindergarten bieten können.“
Bei den Betroffenen drängen sich nun folgende Fragen an die zuständigen kirchlichen Stellen auf:
Wann bauen sie den Kindergarten St. Martin zu einer schönen und zeitgemäßen Einrichtung um?
Wann wird der ehemalige Sportraum zu einem Schlafraum umfunktioniert und dafür eine Fluchttür eingesetzt, die zu einer Feuertreppe führt?
Wir Beteiligten wünschen eine moderne Küche, die es ermöglicht den Kindern ein gesundes Mittagessen zu bieten.
Zuletzt fordern wir den Träger auf, seinem christlichen Auftrag nachzukommen und seinen Mitarbeiterinnen – unseren geliebten Erzieherinnen, – einen fairen Arbeitsvertrag anzubieten, der ihrem selbstverständlichen Wunsch nach Sicherheit und Anerkennung entspricht.

Ein Fünkchen Hoffnung zum Schluss. Vielleicht haben wir einen mächtigen Mitstreiter für unsere Sache an unserer Seite: Das Stadtoberhaupt in Person des Oberbürgermeisters. Denn im Amtsblatt vom 6. Oktober 2016 (Seite 3) lesen wir, dass sich die Stadt für die Erleichterung der Vereinbarung von Beruf und Familie einen beispielhaften Ruf erworben hat. Sie hat dafür ein Zertifikat erhalten, weil sie, wir zitieren: „neue Ziele und Maßnahmen für eine noch bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erarbeitet (hat).“

Was den gewählten Vertretern der Stadt Rheinstetten für ihre eigenen Mitarbeiter recht ist, sollte ihnen sicher auch für die Beschäftigten des Kindergarten St. Martins nur billig sein.