Kindergarten St. Martin, Mörsch: Ein Abgesang?, Teil I

09. Oktober 2016  Allgemein

Als wir vor einigen Jahren nach Mörsch zogen, erkundeten wir die nähere Umgebung. Einige Schritte entfernt fanden wir ein schönes altes Haus, das sich bei näherer Betrachtung als ein kleiner Kindergarten entpuppte. Das fanden wir einfach fabelhaft, denn unsere kleine Tochter sollte in ein, zwei Jahren so eine  Einrichtung besuchen. Von den Nachbarn erfuhren wir von dem guten Ruf den die Erzieherinnen des Kindergartens genossen. Liebevoll und patent sollte deren Erziehung sein – einfach ein Ort an dem man morgens sehr gerne sein Kind abgibt. Ein Ort, wo motivierte Pädagoginnen mit den Kindern Lieder sangen, soziale Kompetenzen lehrten und ihnen all die Fertigkeiten des täglichen Lebens zeigten, die heute nicht mehr selbstverständlich sind.
Aber wenige Monate später mussten wir die Schließung des Kindergartens zur Kenntnis nehmen. Traurig, aber wohl nicht zu ändern, in Zeiten, wo der Sparzwang angehimmelt wird wie eine schöne Frau. Der kleine Kindergarten wurde abgewickelt und die Gemeinde versprach, den durch den Verkauf der Immobilie erzielte Erlös sollte selbstverständlich für die Modernisierung des anderen, größeren Kindergartens verwendet werden.
Als unsere Tochter dann in den St. Martin-Kindergarten  kam, gewöhnte sie sich schnell in ihre Gruppe ein. Das lag vor allem an den netten und kompetenten Erzieherinnen, die immer wussten, was mit diesen „kleinen Gesetzlosen“ zu tun ist: Spielen, Singen, Tanzen und all die Fertigkeiten des täglichen … Sie wissen schon.
Unsere Tochter und all die anderen Kinder die in unserer Umgebung wohnen, mussten nun jeden Tag über die stark befahrene Rheinaustraße begleitet werden. Über eine Ampel, die nicht nur den Fußgängern sondern paradoxerweise auch den Rechtsabbiegern des Gegenverkehrs ein grünes Signal geben. Eine große Zahl von Fahrern nehmen sich diese Aufforderung sehr zu Herzen und fahren rasant um die Ecke, wo Fußgänger dann mit oder ohne Kind an der Hand zur Seite hüpfen oder abrupt mitten auf der Straße stoppen müssen um nicht ange- oder überfahren zu werden. Und trotzdem bringen wir unsere Kinder gerne zum Kindergarten St. Martin, weil wir unsere Lieblinge dort bestens aufgehoben wissen.
Aber auch hier, im Kindergarten St. Martin, sollen jetzt einschneidende Änderungen stattfinden. Wie die Eltern vor Kurzem erfahren mussten, sollen die Öffnungszeiten unseres Kindergartens schon zum Jahreswechsel massiv gekürzt werden und womöglich Erzieherinnen den Kindergarten verlassen müssen.
Wie es dazu kam, wer welche Rolle in diesem schlechten Stück spielt erfahren Sie im Teil II.


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